Sonntag, 17. Mai 2015

Beschwipste Känguru-Kekse

Wie heißt es doch so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bezogen auf meine heutige Backaktion, kann ich das so unterschreiben.

Sonntags ist bei mir meist Backtag, denn die Geschäfte haben ja alle zu und shoppen, einkaufen und ein Besuch beim  schwedischen Möbelriesen fallen somit flach. Spätestens Samstags denke ich also über die potenziellen Backwerk-Kandidaten nach.
Gestern stand mir der Sinn nach Zitronenkuchen. Vor Kurzem hatte ich mir auch schon ein hitverdächtiges Rezept abgespeichert. Triumphierend über diese doch sehr schnelle Entscheidungsfindung (was ja nicht gerade zu meinen Stärken gehört) erzählte ich meinem Freund ganz nebenbei von meinem Backvorhaben und hätte mir genauso gut ins Knie schießen können.

"Nee auf Zitronenkuchen hab ich keine Lust!"

Äh Moment mal... Einmal in 5 Jahren schaffe ich es eine Rezeptentscheidung zu treffen, ohne vorher 2 Tage diverse Kochblogs, Pinterest und Instagram zu durchforsten und du hast keine Lust auf Zitronenkuchen (dachte ich mir). "O-o-o-kay... wodrauf hast du denn Lust?" (sagte ich jedoch)

"Mir egal, du hast doch immer so gute Ideen!"

Da ich mir meinen erfolgreichen Entscheidungsmoment nicht so mir nichts dir nichts verderben lassen wollte, beschloss ich also, gar nicht lange zu fackeln und mir ganz unkompliziert etwas Neues zu überlegen.
Als Erstes kamen mir Rosinen in den Sinn. Schnell bei Chefkoch eingetippt, lächelte mich auch schon ein Rezept für einen Schokoladenkuchen mit in Whisky getränkten Rosinen an. Da mein Freund ein Whisky-Fan ist, passte das perfekt. Also legte ich gestern Abend schon die Rosinen in ordentlich Alkohol ein.

Heute kam es dann, wie es kommen musste und mir fiel ein Cookie-Rezept ein, mit dem ich vor einiger Zeit schon einmal geliebäugelt hatte: Känguru-Kekse. Ein australisches Cookie-Rezept mit Rosinen, Schokolade und einer Spezialzutat: Cornflakes. Müsste ja auch mit eingelegten Rosinen funktionieren...

Und das hat es in der Tat. Der Cookie-Teig ist schnell zusammengerührt, die Rosinen verleihen den Keksen ein ordentliches Whisky-Aroma und die Schokolade harmoniert dazu hervorragend. Die Cornflakes sind leider nicht knusprig geblieben - das kann aber auch daran liegen, dass die Cookies vor 10 Minuten erst aus dem Ofen gekommen und noch nicht vollständig ausgekühlt sind. deswegen würde ich sie beim nächsten Mal weglassen oder (noch besser) durch gehackte, geröstete Walnüsse ersetzen. 

Meinen Freund stört es nicht. Der freut sich nämlich, dass es keinen Zitronenkuchen gibt.



Für ca. 15 Cookies verrührt ihr 125g weiche Butter mit 80g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker. Gebt 1 Ei dazu und schlagt die Mischung schaumig. Jetzt kommen 1 TL Backpulver und 175g Mehl dazu. Rührt jetzt nur so lange, bis sich die trockenen und feuchten Zutaten grade eben vermischt haben.
Danach mischt ihr 60g Rosinen, die ihr am Besten über Nacht in Whisky eingelegt habt (Rum oder Amaretto passen sicher auch hervorragend), 3 Hände voll Cornflakes ca. 50g gehackte, geröstete* Walnüsse und 50g gehackte Schokolade in den Teig. Ich habe Vollmich-und Zartbitter-Schokotropfen benutzt.

Mit zwei EL könnt ihr jetzt kleine Häufchen vom Teig auf ein Blech setzen. Lasst ein wenig Platz zwischen den Cookie-Haufen, da sie noch auseinander fließen. Die Kekse kommen für ca. 15 Minuten bei 180°C in den vorgeheizten Backofen. Lasst sie nicht zu braun werden, sondern holt sie raus, sobald sie einen braun-goldenen Rand bekommen.

Da die Cookies noch sehr weich sind, sollten sie auf dem Blech auskühlen, damit sie nicht auseinander brechen.

*dazu einfach die Walnüsse vor dem Hacken kurz in einer Pfanne ohne Fett rösten, man kann natürlich auch ungeröstete Nüsse nehmen :)

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