Sonntag, 11. Juni 2017

Schwarzwälder-Kirsch-Torte

Wenn in meiner Familie oder im Bekanntenkreis Geburtstag gefeiert wird, werde ich nicht selten mit der dankbaren Aufgabe des Kuchenbackens betraut. Ich freue mich natürlich immer riesig darüber einen Anlass zum Backen zu haben, wenn mit dem "Auftrag" jedoch keine speziellen Wünsche eingehen, zermartere ich mir aber auch mal gut und gerne einige Tage den Kopf darüber, was ich auftischen möchte. 
Manchmal weiß das Geburtstagskind aber auch schon ganz genau, was ich backen soll. So erst kürzlich passiert, als der Vater meines Freundes sich eine Schwarzwälder-Kirsch-Trote wünschte. Mein erster Gedanke "geil! wollte ich immer schonmal machen!"... meine Gedanken während der Vorbereitungen "warum lasse ich mich auf so etwas nur ein!"... 

Da ich Rezepte ja ganz gerne mal abwandle, bin ich auch hier kreativ geworden und habe mir von unterschiedlichen Quellen Inspirationen geholt. Da mir Sahnefüllungen einfach nie schmecken, habe ich hier noch Mascarpone zugemischt, was sicherlich auch für die Standhaftigkeit sehr förderlich war! Der Mürbeteigboden ist ebenfalls ein Muss, damit die Torte stehen bleibt! Mir ist nicht ein Stück umgefallen :) 

Ohne Frage: die Schwarzwälder-Kirsch-Torte ist sicherlich nicht wenig zeitaufwendig. 

Allerdings lohnt es sich! Jeder, der gerne backt, sollte sie mindestens einmal im Leben gebacken haben ;)


Ich habe die Schwarzwälderkirsch-Torte mit einem flexiblen Tortenring gebacken, den ich auf ca. 20-22 cm eingestellt habe. Die Torte ist dann recht hoch geworden. 

Für den Mürbeteigboden...
...aus 40g Zucker, 80g Butter und 120g Mehl mit den Knethaken der Küchenmaschine vermengen und ca. 30 Min im Kühlschrank kalt stellen. Danach am Besten direkt auf Backpapier ausrollen. Ich nehme dazu einen weiteren Bogen Backpapier oder Frischhaltefolie zwischen Nudelholz und Teig, so lässt er sich besser ausrollen ;) Mit dem Tortenring als Schablone einen entsprechend großen Kreis (lieber mit ein wenig mehr Rand) ausstechen/schneiden. Die Reste vom Teig anderweitig verwenden (ich habe einfach Kekse daraus gemacht, einfrieren geht aber auch). Im vorgeheizten Ofen bei ca. 170 Grad Umluft goldbraun backen (nicht zu dunkel werden lassen)

Jetzt den Schokoladenbiskuit herstellen...
Dazu 6 Eier trennen. Das Eigelb mit 3 EL warmen Wasser, 1 Pck. Vanillezucker und 120g Zucker mit dem Rührgerät hell und cremig schlagen (das dauert ein wenig). In einer separaten Schüssel das Eiweiss mit 80g Zucker und einer Prise Salz steif schlagen. Anschließend unter die Zucker-Eigelbmasse unterheben. 150g Mehl mit 75g SPeisestärke, 2 TL Backpulver und 50g Kakaopulver (Backkakao kein Nesquik o.ä.) in einer weiteren Schüssel vermischen und über die Eiermischung sieben. Mit einem Löffel unterheben. Achtung nicht zu viel rühren, die nassen und trockenen Zutaten sollen sich nur gerade eben verbunden haben. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, bzw. den flexiblen Tortenring auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stellen und die Biskuitmasse in die Form füllen. Glatt streichen und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen etwa 40 Minuten bei 170 Grad Umluft backen. Achtung, gegen Ende der Backzeit mal mit einem Holzstäbchen testen, ob er vielleicht schon früher fertig ist

Für die Kirschfüllung...
...2 Gläser Sauerkirschen (ich würde beim nächsten Mal lieber Schattenmorellen nehmen) in einem Sieb abtropfen lassen und dabei den Kirschsaft auffangen. 12 bis 16 schöne Kirschen für die Verzierung zurücklegen. 250 ml Kirschsaft mit 2 EL Zucker und 1 Prise Zimt aufkochen. 
1 gehäufter EL Speisestärke mit etwas kaltem Kirschsaft anrühren und mit dem heißen Saft unter Rühren einmal kräftig aufkochen lassen. Dann die Kirschen dazugeben und unter vorsichtigem Rühren nochmals kurz aufkochen, vom Herd nehmen und etwas auskühlen lassen. Dann einen großzügigen Schuss Kirschwasser unterrühren. (ich habe hier 2-3 Pinnchen genommen)

Die Sahnefüllung...
...habe ich mit Mascarpone zubereitet. Diese erst herstellen, wenn man bereit ist, die Torte zu schichten. Dazu ca. 500g Schlagsahne in der Küchenmaschine mit 1 Pckg Sahnesteif aufschlagen. In einer separaten Schüssel 500g Mascarpone mit 2-3 EL Zucker und 1 Pckg Vanillezucker cremig rühren. Auch hier wieder beliebig viel Kirschwasser zugeben. Die Sahne unter die Mascarponecreme heben. 

Nun wird geschichtet. 
Dafür den ausgekühlten Biskuit zweimal durchschneiden, damit drei Kuchenböden entstehen. Mit Zahnstochern kann man markieren, wie die Böden zusammengehören, dann wird die Schwarzwälder Kirschtorte nicht schief, wenn die Böden nicht exakt waagerecht durchgeschnitten sind. Wenn sich beim Backen eine Kuppel gebildet hat, sollte man einen Teil der Kuppel wegschneiden. Die Biskuit-Unterseite wird als oberster Boden mit der Unterseite nach oben verwendet, dann hat man eine stabile und ebene Torten-Oberseite.

Zuerst kommt der Mürbeteigboden. Ein wenig Kirschmarmelade oder eingedickten Kirschsaft darauf verteilen (dient als Kleber) und den ersten Biskuitboden auflegen. Den Boden mit belieblig viel Kirschwasser tränken. Dann die gesamte Kirschfüllung darauf verstreichen und darauf ein knappes Viertel der Sahnemischung verteilen. Die Sahne seitlich etwas überstehen lassen. Dann den zweiten Boden auflegen, beträufeln, und mit einem weiteren knappen Viertel der Sahne bestreichen. Nun den letzten Boden auflegen und den Boden ebenfalls mit Kirschwasser beträufeln. Jetzt am besten mit einer Palette oder einem breiten Messerrücken zuerst den Rand, und dann die Oberseite der Schwarzwälder Kirschtorte mit Sahne einstreichen. Dabei ein wenig Sahnemischung für die Rosetten zurück behalten. (—> habe ich mir gespaart und auf die Rosetten verzichtet)

Sonntag, 19. März 2017

Montagsquickie: Hähnchen-Porree-Wok mit Geheimzutat

Ich weiß gar nicht genau, wann... aber irgendwann vor vielen Jahren kam meine Mutter eines Tages mit einem Wok nach Hause. Von da an, gab es bei uns regelmäßig asiatische Köstlichkeiten! Ganz oben auf der Liste stand Curry. Da kann rein, was der Kühlschrank und die Vorratskammer hergeben. Ob Fisch und/oder Fleisch, jegliches Gemüse, Hülsenfrüchte, mit oder ohne Kokosmilch, mal mit, mal ohne Erdnussbutter und häufig scharf. Ingwer, Zitronengras, Fischsauce und Co. gehörten von da an zu dem Standartrepertoire unserer Küche. Denn aus sowas bestehen die meisten Wok-Gerichte nunmal, oder nicht?

Deswegen staunte ich nicht schlecht, als meine Mutter in das brutzelnde Hähnchen-Porree-Gemisch neben Soja-und Fischsauce plötzlich die Tube Mayo entleerte. Ein Wok-Gericht mit Mayonnaise??? Hatte ich bis dahin noch nie gesehen! Ob das jetzt traditionell asiatisch ist oder nicht, sei dahin gestellt! Das Rezept hatte sie nicht etwa von einer spannenden Reise mitgebracht - nein, es stammt aus einem LECKER-Heft von 2009... Trotzdem schmeckt es sehr gut, ist super easy vorzubereiten und sehr schnell auf dem Teller.


Für 4 Personen schneidet ihr zwei Zwiebeln in Würfel. Putzt und wascht eine große Stange Porree und schneidet sie in dünne Ringe. Mit zwei roten Chilischoten verfahrt ihr ebenso. Wascht 600g Hähnchenbrust kurz unter kaltem Wasser ab, trocknet es ausreichend und schneidet es in mundgerechte Stücke. Mit Salz und Pfeffer und zwei bis drei EL Speisestärke mischen. Die sorgt dafür, dass das Hähnchen schön zart wird.
Erhitzt ausreichend Öl in einem Wok (oder einer großen Pfanne) und bratet das Fleisch darin bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten. Gebt Zwiebeln, Chili und Porree dazu und bratet das Ganze noch 3–4 Minuten weiter. Zum Schluss werden zwei große EL Mayonnaise, drei EL Soja- und zwei EL Fischsoße untergerührt. Dazu schmeckt uns am Besten Reis.

Probiert es mal aus!